Was in Webflow ist auf Englisch und was auf Deutsch?
Englisch sind die Werkzeuge, mit denen die Website gebaut wird. Dazu gehört der Designer mit allen Style-Panels, die Site-Settings, die Hosting-Konfiguration und die offizielle Dokumentation. Wer eine Website in Webflow entwickelt, arbeitet in dieser englischsprachigen Umgebung. Das betrifft mich als Entwickler und alle, die das technische Setup verantworten.
Auf Deutsch lässt sich der gesamte inhaltliche Layer einrichten:
- CMS-Felder bekommen deutsche Namen wie „Überschrift", „Vorschaubild" oder „Veröffentlichungsdatum".
- Komponenten und Properties werden mit deutschen Bezeichnungen versehen, sodass im Editor steht, was tatsächlich gemeint ist.
- Der Editor selbst zeigt den Redakteur:innen die Inhalte einer Seite, nicht die Designer-Werkzeuge. Hier sehen sie die deutschen Feldnamen, die ich im Designer angelegt habe.
- Inhalte und Frontend sind ohnehin frei wählbar und werden auf Deutsch gepflegt.
Das Ergebnis im Alltag: Wer Inhalte pflegt, sieht eine Oberfläche mit deutschen Feldnamen für deutsche Inhalte. Die englische Designer-Ebene betrifft die Pflege nicht.
Lässt sich das Designer-Interface übersetzen?
Webflow bietet keine offizielle Übersetzung der Oberfläche an. Browser-Übersetzer wie der von Chrome funktionieren technisch, sind aber nicht zu empfehlen, weil sie Fachbegriffe ungenau übertragen und im Designer Layout-Probleme verursachen können. Wer im Designer arbeitet, kommt mit grundlegenden Englischkenntnissen aus, weil die Begriffe sich wiederholen und schnell vertraut werden.
Brauche ich Webflow auf Deutsch für eine mehrsprachige Website?
Nein, das sind zwei verschiedene Themen. Die Sprache der Webflow-Oberfläche und die Sprachen Deiner Website haben nichts miteinander zu tun. Eine Website kann in Webflow problemlos auf Deutsch, Englisch, Französisch oder in beliebigen Sprachkombinationen gebaut und ausgespielt werden, unabhängig davon, dass das Tool selbst auf Englisch läuft. Für mehrsprachige Sites gibt es mit Webflow Localization eine native Lösung.
Wie verbreitet ist Webflow in Deutschland?
Webflow ist in Deutschland inzwischen gut etabliert, auch wenn WordPress und TYPO3 historisch dominanter sind. In den letzten Jahren ist die Zahl deutscher Webflow-Agenturen und freiberuflicher Webflow-Spezialist:innen deutlich gewachsen. Über das Webflow-Partner-Programm sind inzwischen mehr als hundert Dienstleister in Deutschland gelistet, dazu kommen viele weitere, die mit Webflow arbeiten, ohne den offiziellen Partner-Status zu führen.
Praktisch heißt das: Wer eine Webflow-Website plant, findet in Deutschland deutschsprachige Ansprechpartner für die Entwicklung, für laufende Pflege und für Migrationen aus anderen Systemen. Der Webflow-eigene Support ist zwar englischsprachig und ticketbasiert, der direkte Draht im Tagesgeschäft läuft aber über den deutschen Dienstleister.
Mein Standpunkt zum Thema
Die englische Oberfläche ist in Erstgesprächen oft die größte Sorge und im Projektalltag selten ein Thema. Entscheidend ist, wer die Website baut und wie sauber Komponenten und CMS-Felder benannt werden. Wenn dort sorgfältig gearbeitet wird, ist Webflow für deutschsprachige Redaktionen genauso bedienbar wie ein deutsches CMS. Was bleibt, ist die englische Designer-Umgebung für die technische Arbeit, und die übernimmt ohnehin in den meisten Fällen ein Dienstleister.




