Zusammenfassung
WordPress ist in vielen Köpfen die Standardantwort, wenn ein Unternehmen über eine neue Website nachdenkt. Das System ist verbreitet, bekannt und auf den ersten Blick kostenlos. Wer genauer hinschaut, merkt allerdings, dass viele der Argumente, mit denen WordPress gewählt wird, einer Prüfung nicht standhalten. Dieser Beitrag geht die fünf häufigsten Annahmen durch und zeigt, warum Webflow für Unternehmenswebsites in den meisten Fällen die belastbarere Wahl ist.
Wichtig vorweg: Es geht hier nicht darum, WordPress schlechtzureden. Mit beiden Systemen lassen sich gute und schlechte Websites bauen, und für bestimmte Anwendungsfälle ist WordPress nach wie vor die richtige Wahl. Worum es geht: den Reflex zu hinterfragen, der WordPress fast automatisch in den Fokus rückt, ohne dass die eigene Lage geprüft wurde.
In meinen Erstgesprächen kommen Unternehmen oft mit einem System im Kopf, das sie schon kennen. WordPress wird dabei besonders häufig genannt, und das hat gute Gründe. Das System gibt es seit über zwanzig Jahren, es treibt einen großen Teil aller Websites weltweit an, und in jedem Marketing-Team sitzt mindestens eine Person, die schon einmal damit gearbeitet hat. Diese Verbreitung schafft Vertrauen, weil viele Entscheider:innen bei der Systemwahl auf Bekanntes zurückgreifen, das sich an anderer Stelle bereits bewährt hat.
Genau dieses Vertrauen wird aber selten geprüft. Wer WordPress wählt, weil das letzte Website-Projekt damit lief oder weil der frühere Webmaster es empfohlen hat, trifft keine Entscheidung, sondern setzt eine Gewohnheit fort. Und Gewohnheiten haben den Nachteil, dass sie unsichtbar machen, was sich am System inzwischen verändert hat oder was Alternativen heute besser machen.
Ich habe selbst lange mit WordPress gearbeitet, in Agenturen, an größeren und kleineren Projekten. Das System ist nicht schlecht, und ich kenne genug Webdesigner:innen, die damit gute Websites bauen. Was mich irgendwann zum Wechsel bewogen hat, war die Beobachtung, wie viel Energie in WordPress-Projekten in Wartung und Sicherheitsfragen fließt, statt in die Website selbst. Diese Beobachtung will ich in den nächsten Abschnitten konkret machen, indem ich die fünf Mythen durchgehe, denen ich am häufigsten begegne.
Mythos 1: WordPress ist doch kostenlos
Das stimmt, wenn man nur das System selbst betrachtet. WordPress ist Open Source und kann ohne Lizenzkosten installiert werden. Diese Rechnung greift aber zu kurz, weil sie ignoriert, was nach der Installation an Folgekosten entsteht.
Ein professioneller WordPress-Betrieb braucht Hosting, Domain, eine Reihe von Plugins für Funktionen wie SEO, Cookie-Banner oder Page-Builder, und vor allem regelmäßige Wartung. Das WordPress-Core-System, die PHP-Version und alle Plugins müssen laufend aktualisiert werden, weil sonst Sicherheitslücken entstehen. Diese Wartung übernimmt entweder das eigene Team mit Zeitaufwand oder ein externer Dienstleister mit einem Wartungsvertrag, dessen Kosten je nach Umfang spürbar zu Buche schlagen.
Webflow funktioniert anders. Hosting, CMS, Sicherheit und Updates sind im monatlichen Plan enthalten, und die Plattform pflegt sich selbst im Hintergrund. Wer einmal einen Plan abgeschlossen hat, hat keine Folgekosten für Plugins, keine Sorgen über Updates und keinen Wartungsvertrag. Wenn ich beide Modelle auf ein Jahr hochrechne, ist Webflow für die meisten Unternehmenswebsites am Ende günstiger als ein professionell betriebenes WordPress.
Eine ausführliche Übersicht der laufenden Kosten von Webflow gibt es in meinem Beitrag "Was kostet Webflow wirklich?"
Mythos 2: WordPress ist sicher genug, wenn man die Plugins aktuell hält
Das wäre richtig, wenn man die Aktualität aller Plugins zuverlässig garantieren könnte. In der Praxis ist genau das die Schwachstelle. WordPress lebt von einem Plugin-Ökosystem mit Tausenden von Erweiterungen, und die Qualität dieser Plugins schwankt erheblich. Manche werden von großen Anbietern professionell gepflegt, andere stammen von Einzelpersonen, die irgendwann das Interesse verlieren oder den Support einstellen. Wenn ein Plugin nicht weiterentwickelt wird, bleibt die Sicherheitslücke offen, auch wenn alle anderen Updates eingespielt sind.
Ich habe in meiner Agenturzeit erlebt, was dann passiert. Ein Kunde hatte ein Plugin im Einsatz, das nicht mehr gepflegt wurde, und über die entstandene Lücke kamen Bots auf die Seite. Die haben dort Spam-Beiträge veröffentlicht, fremde Shop-Strukturen hinterlassen und die Seite in einen Zustand versetzt, in dem manuelles Aufräumen Tage gekostet hat. Solche Angriffe sind keine Seltenheit, weil WordPress wegen seiner Verbreitung systematisch von automatisierten Angriffen gescannt wird. Was 43 Prozent Marktanteil als Vorteil erscheinen lässt, wirkt aus Sicht der Angreifer wie ein Buffet.
Webflow ist hier strukturell anders aufgestellt. Das System ist geschlossen, es gibt keine Plugins von Drittanbietern, und die gesamte Infrastruktur wird zentral von Webflow gepflegt. Sicherheits-Updates passieren im Hintergrund, ohne dass Du oder Dein Entwickler aktiv werden müssen. Die einzige relevante Sicherheitsmaßnahme auf Deiner Seite ist ein starkes Passwort und idealerweise Zwei-Faktor-Authentifizierung für Deinen Account. Damit ist die Angriffsfläche um ein Vielfaches kleiner als bei einem System, das je nach Projekt zehn, zwanzig oder mehr Plugins aus unterschiedlichen Quellen nachlädt. Mehr dazu im Glossar-Eintrag „Wie sicher ist Webflow?".
Mythos 3: Mehr Plugins bedeuten mehr Möglichkeiten
Plugins machen WordPress flexibel, das ist unbestritten. Ein Kontaktformular, ein Cookie-Banner, ein Kalender für Veranstaltungen, eine Analytics-Anbindung, jedes davon ist mit ein paar Klicks installiert. Diese Bequemlichkeit hat aber einen Preis, der oft erst sichtbar wird, wenn das System gewachsen ist.
Ich habe in WordPress-Übernahmen Projekte gesehen, in denen 50 Plugins gleichzeitig liefen. Was im Einzelfall sinnvoll begann, war am Ende ein Geflecht aus Abhängigkeiten, in dem niemand mehr den Überblick hatte, welches Plugin was tut, ob es noch gebraucht wird und ob es deinstalliert werden kann, ohne dass etwas zerbricht. Jedes Plugin bringt eigenen Code mit und kann nach einem Core-Update plötzlich das Layout zerschießen oder die Performance einbrechen lassen. Diese Risiken summieren sich, und je mehr Plugins im Spiel sind, desto wahrscheinlicher wird der nächste Bruch.
Webflow geht den umgekehrten Weg. Funktionen wie Formulare, CMS, Animationen, Cookie-Banner-Integrationen oder strukturierte Daten sind direkt in der Plattform angelegt, und alles, was nicht standardmäßig vorhanden ist, lässt sich mit Custom Code oder einer sauber eingebundenen Schnittstelle ergänzen. Das Ergebnis ist eine Website, die mit weniger Bewegungsteilen auskommt und entsprechend stabiler läuft. Was sich an Möglichkeiten dadurch verliert, ist in der Praxis fast immer geringer, als die Plugin-Werbung vermuten lässt.
Mythos 4: Mit Yoast oder AIOSEO ist SEO geregelt
SEO-Plugins wie Yoast oder All In One SEO sind nützliche Werkzeuge, das will ich nicht bestreiten. Sie erlauben es, Meta-Titel und Meta-Beschreibungen einzugeben, einen Keyword-Fokus pro Seite zu setzen und sich Hinweise zur Optimierung anzeigen zu lassen. Das Problem ist, dass SEO damit oft mit den Plugin-Funktionen verwechselt wird. Eine grüne Ampel im Yoast-Backend bedeutet nicht, dass die Seite gut rankt, und manche der Empfehlungen würden, konsequent umgesetzt, den Text unleserlich machen.
Was bei WordPress strukturell fehlt, ist die Sauberkeit der technischen Basis. SEO ist mehr als Meta-Tags. Es geht um Code-Qualität, um Performance und um eine Seitenarchitektur, die Inhalte zueinander in Beziehung setzt. Plugins können auf einer wackeligen Basis nur begrenzt etwas ausrichten, und gerade die Performance leidet, wenn das System ohnehin viele Skripte nachlädt.
Webflow bringt diese Grundlagen mit. Der Code ist von Haus aus sauber, die Plattform liefert Bilder im AVIF-Format aus, strukturierte Daten lassen sich mit wenigen Klicks anlegen, und Meta-Beschreibungen können sogar von der integrierten KI vorgeneriert werden. Das ersetzt keine SEO-Strategie, aber es schafft eine Basis, auf der SEO-Arbeit greift, statt vom System ausgebremst zu werden. Auch in der GEO-Optimierung für KI-Suchen wirkt sich diese Sauberkeit positiv aus, weil zitierbare Inhalte einfacher erkannt werden, wenn die Struktur stimmt.
Mythos 5: Ein WordPress-System können wir selbst pflegen
Diese Annahme ist die, die mich in der Praxis am häufigsten enttäuscht sieht. Auf dem Papier ist WordPress nutzerfreundlich, und das Backend bietet alles, was ein Marketing-Team braucht. In der Realität ist es aber oft genau das Backend, das die Pflege erschwert. Ich hatte vor kurzem den Fall, dass eine neue Mitarbeiterin in einem Kundenunternehmen mir das WordPress-Dashboard zeigen sollte, mit dem sie ab sofort arbeiten würde. Sie war überfordert, weil das System unzählige Menüpunkte, Plugin-Einstellungen und Optionen anbietet, von denen sie höchstens drei brauchte. Zu jedem Inhalt gab es mehrere Wege, ihn zu bearbeiten, und keiner war eindeutig.
Webflow geht das Thema anders an. Im Editor sehen Redakteur:innen die Seite so, wie Besucher:innen sie sehen, und können Texte, Bilder und CMS-Inhalte direkt im Layout anpassen. Was nicht freigegeben ist, lässt sich nicht ändern, und was änderbar ist, ändert sich vorhersehbar. Bei meinen Kunden erlebe ich regelmäßig, dass Aufgaben, die im alten System einen Entwickler-Termin gebraucht haben, im neuen System in zwanzig Minuten selbst erledigt werden. Eine Stellenanzeige einbauen, ein Pop-up aktivieren, ein Bild austauschen, eine neue Landingpage aus vorgefertigten Komponenten zusammenstellen, all das geht ohne externe Hilfe.
Damit das funktioniert, baue ich meine Projekte komponentenbasiert auf, mit dem Lumos-Framework als technischer Grundlage. Jeder Kunde bekommt am Ende ein eigenes System aus wiederverwendbaren Bausteinen, mit dem das Marketing-Team seine Website wie ein Werkzeug bedienen kann, statt sie wie eine Broschüre nur einmal zu drucken und dann nicht mehr anzufassen. Genau dieser Punkt ist es, den ich in meinen Projekten am häufigsten als „Aha-Erlebnis" zurückgemeldet bekomme.
Wann WordPress die richtige Wahl ist
So kritisch ich auf den WordPress-Default schaue, gibt es Konstellationen, in denen WordPress die bessere Lösung bleibt. Wenn ein Unternehmen aus regulatorischen Gründen die Daten auf einem eigenen Server halten muss, scheidet Webflow aus, weil die Plattform keinen Self-Hosting-Modus anbietet. Auch wer einen umfangreichen WooCommerce-Shop betreibt, ein komplexes Membership-System aufbaut oder auf eine sehr spezielle Branchenlösung angewiesen ist, die es nur als WordPress-Plugin gibt, ist mit WordPress besser bedient.
Wichtig ist in diesen Fällen die professionelle Begleitung. Ein WordPress-System, das von erfahrenen Entwickler:innen aufgesetzt, sauber konfiguriert und kontinuierlich gewartet wird, kann jahrelang stabil und sicher laufen. Der Unterschied zu vielen Projekten, die ich gesehen habe, ist genau diese kontinuierliche Pflege, die sich nicht einsparen lässt, ohne Risiken einzugehen.
Ich selbst arbeite ausschließlich mit Webflow, weil ich davon überzeugt bin, dass es für die meisten Unternehmenswebsites die belastbarere Lösung ist. Anfragen, die klar nach WordPress verlangen, leite ich an Kolleg:innen weiter, die das System in der nötigen Tiefe beherrschen.
Mein Fazit: Webflow oder Wordpress?
Wer eine neue Website plant, sollte sich die Wahl des Systems nicht vom Reflex abnehmen lassen. WordPress ist nicht falsch, aber es ist auch nicht automatisch richtig. Wenn die Wartung intern getragen werden kann, wenn die Sicherheitsverantwortung klar verteilt ist und wenn die Plugin-Auswahl mit Bedacht passiert, kann eine WordPress-Website jahrelang gut funktionieren. Wenn aber Sicherheit und einfache Pflege im Tagesgeschäft eine Rolle spielen sollen, ist Webflow für die meisten Unternehmen die ruhigere und langfristig günstigere Wahl.
Wenn Du gerade vor dieser Entscheidung stehst und Dir nicht sicher bist, welches System zu Deinem Unternehmen passt, schreib mir gerne. In einem ersten Gespräch sortiere ich mit Dir, welche Anforderungen für Dich entscheidend sind und welche Lösung dazu passt. Wenn Du einen Eindruck von Webflow bekommen willst, zeige ich Dir das System auch gerne in einer kurzen Demo.







