Steht ein Website-Relaunch an, stellt sich schnell die Frage: Mit wem setze ich das Projekt um? Ein Freelancer oder eine Agentur? Beide Optionen haben ihre Berechtigung. Aber welche passt besser zu Deinem Projekt, Deinem Budget und Deiner Arbeitsweise?
Die Antwort ist nicht pauschal. Sie hängt davon ab, was Du brauchst, wie Dein Projekt aussieht und wie viel Kapazität Du intern hast. In diesem Artikel gebe ich Dir einen klaren Überblick über Vor- und Nachteile beider Wege. Und zeige Dir, worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt.
Freelancer: Flexibel, persönlich, hands-on
Ein Freelancer arbeitet direkt mit Dir. Kein Mittelsmann, keine Hierarchie, keine langen Abstimmungswege. Das macht die Zusammenarbeit oft unkompliziert und schnell. Du sprichst mit der Person, die auch umsetzt. Und das schafft Nähe, Vertrauen und oft auch eine gemeinsame Sprache.
Freelancer sind flexibel. Sie passen sich an Dein Tempo an, reagieren schnell auf Änderungen und haben oft kurze Reaktionszeiten. Gerade bei kleineren Projekten oder bei eng gesteckten Budgets kann das ein großer Vorteil sein. Denn wer allein arbeitet, hat weniger Overhead, keine großen Strukturen und kann oft günstiger kalkulieren.
Aber: Ein Freelancer ist gleichzeitig Designer, Entwickler, Texter, Projektmanager und Support. Das funktioniert gut, wenn die Anforderungen klar und überschaubar sind. Wird das Projekt jedoch komplexer, kann es eng werden. Auch bei längerer Krankheit, Urlaub oder bei mehreren parallelen Projekten kann es zu Engpässen kommen.
Deshalb ist ein Freelancer besonders dann die richtige Wahl, wenn Du ein überschaubares Projekt hast, direkt mitarbeiten möchtest und Wert auf persönliche Zusammenarbeit legst.
Agentur: Strukturiert, breit aufgestellt, skalierbar
Eine Agentur bringt ein Team mit. Spezialist:innen für UX Design, Entwicklung, Content, SEO, Projektmanagement. Das bedeutet: Mehr Expertise, mehr Kapazität, mehr Struktur. Gerade bei großen oder komplexen Projekten ist das ein klarer Vorteil.
Agenturen haben oft etablierte Prozesse. Es gibt klare Rollen, definierte Abläufe und Erfahrung mit unterschiedlichsten Projekten. Das schafft Sicherheit, vor allem bei größeren Budgets oder langfristigen Vorhaben. Auch die Verfügbarkeit ist breiter: Fällt jemand aus, kann das Team das auffangen.
Allerdings: Agenturen kosten mehr. Sie haben höhere Fixkosten, größere Teams und längere Abstimmungswege. Entscheidungen dauern manchmal länger, Änderungen müssen durch mehrere Instanzen. Und nicht immer sitzt die Person am Tisch, die später auch umsetzt.
Eine Agentur ist dann die richtige Wahl, wenn Dein Projekt umfangreich ist, verschiedene Disziplinen erfordert oder wenn Du intern wenig Kapazität hast, das Projekt zu begleiten. Auch bei strategisch wichtigen Projekten, bei denen viel auf dem Spiel steht, kann die Sicherheit eines Teams entscheidend sein.
Wann passt was? Die wichtigsten Entscheidungskriterien
Die Frage ist nicht, wer grundsätzlich besser ist. Sondern: Was passt zu Deinem Projekt? Hier sind die wichtigsten Faktoren, die Dir bei der Entscheidung helfen:
Projektumfang: Kleines Projekt, klar umrissen? Freelancer. Großes Projekt mit vielen Beteiligten, verschiedenen Anforderungen? Agentur.
Budget: Begrenztes Budget, direkter Zugang wichtig? Freelancer. Größeres Budget, Wert auf Absicherung und Struktur? Agentur.
Interne Kapazität: Du kannst das Projekt eng begleiten, Entscheidungen treffen, mitarbeiten? Freelancer. Du brauchst jemanden, der das Projekt führt und verschiedene Bereiche koordiniert? Agentur.
Komplexität: Einfache Website, klare Anforderungen? Freelancer. Komplexe Funktionen, mehrere Systeme, verschiedene Disziplinen? Agentur.
Zeitrahmen: Kurze Laufzeit, schnelle Umsetzung? Freelancer. Langfristiges Projekt mit verschiedenen Phasen? Agentur.
Am Ende zählt nicht die Größe des Teams, sondern die Passung. Und die erkennst Du nur, wenn Du Dir vorher klar machst, was Du wirklich brauchst.
Worauf Du bei der Auswahl achten solltest – egal ob Freelancer oder Agentur
Unabhängig davon, ob Du Dich für einen Freelancer oder eine Agentur entscheidest: Es gibt ein paar Punkte, die immer gelten.
Portfolio und Erfahrung: Schau Dir frühere Projekte an. Passt der Stil? Gibt es Erfahrung in Deiner Branche oder mit ähnlichen Projekten? Ein gutes Portfolio zeigt nicht nur Design, sondern auch Denkweise und Herangehensweise.
Kommunikation: Wie läuft der erste Kontakt? Werden Fragen verstanden? Gibt es klare Antworten? Gute Kommunikation ist die Basis jeder erfolgreichen Zusammenarbeit. Wenn es schon am Anfang hakt, wird es später nicht besser.
Prozess und Arbeitsweise: Wie ist das Vorgehen? Gibt es einen klaren Ablauf? Wer macht was, wann? Ein strukturierter Prozess schafft Sicherheit, auch wenn es mal unübersichtlich wird.
Technische Kompetenz: Wird mit modernen Tools gearbeitet? Ist die Person oder das Team auf dem aktuellen Stand? Gerade bei der Wahl des CMS, bei Performance oder SEO entscheidet technisches Know-how über den langfristigen Erfolg.
Referenzen und Feedback: Was sagen andere Kund:innen? Gibt es Empfehlungen, Bewertungen, Rückmeldungen? Wer transparent mit Referenzen umgeht, hat meistens wenig zu verbergen.
Und ganz wichtig: Vertrauen. Eine Website entsteht nicht über Nacht. Es braucht Austausch, Feedback, manchmal auch Geduld. Deshalb solltest Du Dich für jemanden entscheiden, bei dem das Gefühl stimmt. Denn am Ende zählt nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Weg dorthin.
Fazit: Es gibt keine perfekte Lösung, nur die passende
Freelancer oder Agentur? Die Antwort hängt von Deinem Projekt ab. Von Deinem Budget, Deiner internen Kapazität und Deinen Anforderungen. Beide Wege können funktionieren, wenn die Passung stimmt.
Ein Freelancer bringt Flexibilität, Nähe und oft auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine Agentur bringt Struktur, Expertise und Kapazität. Was besser passt, entscheidest Du – basierend auf dem, was Dein Projekt wirklich braucht.
Und wenn Du Dir unsicher bist, sprich mit beiden. Stell Fragen, hör zu, vergleiche. Am Ende wirst Du merken, wo es passt. Denn eine gute Website entsteht nicht durch Zufall, sondern durch die richtige Wahl – und die richtige Zusammenarbeit.