Was sind TYPO3 und Webflow jeweils?
TYPO3 ist eines der leistungsfähigsten Open-Source-CMS im deutschsprachigen Raum. Das System unterstützt komplexe Mehrsprachigkeit, feingranulare Rechteverwaltung und lässt sich durch Extensions stark erweitern. Es wird auf einem eigenen Server betrieben und ist seit Jahren bei Unternehmen, Behörden und Hochschulen gesetzt.
Webflow ist eine visuelle Entwicklungsplattform, die Design, Entwicklung, CMS und Hosting in einem einzigen System vereint. Websites werden in einer visuellen Oberfläche gebaut, wobei im Hintergrund valides HTML und CSS entsteht. Hosting, Updates und Sicherheit übernimmt Webflow automatisch. Marketing-Teams pflegen Inhalte eigenständig im Webflow Editor, ohne Entwickler einschalten zu müssen.
Was kosten beide Systeme im laufenden Betrieb wirklich?
TYPO3-Lizenzen sind kostenlos, aber der Betrieb ist es nicht. Extensions-Updates, PHP-Upgrades, Sicherheits-Patches und Entwicklerstunden für Anpassungen summieren sich schnell auf mehrere Tausend Euro pro Jahr, selbst bei Websites, die sich inhaltlich kaum verändern. Dazu kommt eine Redaktionsoberfläche, die selbst für einfache Textänderungen oft externe Unterstützung erfordert.
Webflow hat transparente monatliche Plankosten, die Hosting, Updates und Sicherheit einschließen. Was wegfällt, ist der Wartungsaufwand, der bei TYPO3 regelmäßig anfällt. Wer diese Kosten gegenüberstellt, stellt oft fest, dass sich ein Relaunch auf Webflow bereits nach ein bis zwei Jahren amortisiert hat.
Wo ist TYPO3 die bessere Wahl?
TYPO3 bleibt sinnvoll bei komplexen mehrsprachigen Websites mit verschachtelten Redaktionsstrukturen und strikten Self-Hosting-Anforderungen. Wer aus regulatorischen Gründen auf eigene Server angewiesen ist oder eine sehr große Organisation mit dutzenden Redakteuren und feingranularen Zugriffsrechten betreibt, ist mit TYPO3 besser aufgestellt. Für Self-Hosting ohne diese Komplexität gibt es mittlerweile aber schlankere Alternativen, die deutlich weniger Entwicklungsaufwand bedeuten.
Wo ist Webflow die bessere Wahl?
Webflow ist am sinnvollsten für Unternehmen, die eine professionelle Website mit individuellem Design wollen und deren Marketing-Team Inhalte eigenständig pflegen soll, ohne dauerhaft auf Entwickler angewiesen zu sein. Schnelle Ladezeiten, sauberer Code und solide technische SEO sind bei Webflow der Ausgangszustand, kein Ergebnis von Optimierungsaufwand. Und weil Hosting, Sicherheit und Updates Teil der Plattform sind, entfällt das jährliche Pflichtbudget für Systemwartung vollständig.
Mein Standpunkt zum Thema
Ich habe in Agenturen TYPO3-Projekte betreut und verstehe, warum das System im deutschen Mittelstand so verbreitet ist. Was ich dabei regelmäßig erlebt habe: Marketing-Teams, die für jede Textänderung eine Anfrage stellen mussten, und Budgets, die Jahr für Jahr in Systemwartung flossen, ohne dass die Website besser wurde. Bei Kunden, die von TYPO3 auf Webflow gewechselt haben, war die Reaktion nach dem Launch fast immer dieselbe: Dass sie das früher hätten tun sollen. Die Amortisationsrechnung geht in der Regel schneller auf, als erwartet.




